Radrekord in Bad Bodenteich
Sonntag, 4 Juli, 2010 18:06
 Wenn man einen Wettkampf als Kurzurlaub empfindet, dann ist man im niedersächsischen Bad Bodenteich.
27. Juni 2010, kurz vor 6.00 Uhr; Blick aus dem Fenster; sind die Hühner auch schon wach? Schließlich sind sie gestern vor mir ins Bett - ich meine, auf die Hühnerleiter- gegangen. Und die Enten? Ich bin in Kattien bei Familie Wöhling - ein echter Geheimtipp, wenn man Entspannung sucht. Und die hatte ich wirklich nötig, aber eigentlich bin ich hier wegen eines Wettkampfes. Auch 2 Stunden später in der Wechselzone bin ich  noch immer völlig entspannt, was ich eigentlich gar nicht von mir kenne. Immerhin liegt eine Mitteldistanz mit 2 km Schwimmen, 90 km Rad und 21 km Laufen vor mir.
Um 9.00 Uhr treibe ich mit ca. 200 anderen Athleten im 17 Grad kalten Parksee und warte auf den Startschuss. Immer noch Urlaubsfeeling. Das soll sich aber schon 10 Minuten später ändern! Fast die Hälfte der 2 km langen Schwimmstrecke werde ich verprügelt, was aber auch ein gutes Zeichen ist, denn ich halte mit der Masse mit. Und tatsächlich: nach gut 35 Minuten habe ich wieder Land unter den Füßen - keine schlechte Zeit. Nur die Favoritin Daniela Martens ist schon weg. Mit einem Rückstand von 3 1/2 Minuten geht’s endlich aufs Rad - 3 Runden à 30 km auf herrlichstem Asphalt - eine Traumstrecke durch Orte mit lustigen Namen!


 Ich fahre einen Schnitt von knapp 37 km/h und habe somit die 90 km als schnellste Frau in 2:27 h erledigt (inklus. 2 Wechsel 2:30:14 h).Â
Außerdem Rekordzeit seit Bestehen der Bad Bodenteicher Mitteldistanz! Schneller als Sandra Wallenhost im Jahr 2007. Auch wenn ich lieber noch 3 Runden auf dem Rad `rangehängt hätte, geht’s jetzt auf die 21 km lange Laufstrecke. Von den Temperaturen her bekommt der Wettkampf schon leichtes Hawaiifeeling. Dank an den Helfer mit dem Wasserschlauch auf dem Berg! Das Laufen fühlt sich trotzdem gut an (bis auf die 8malige Bergbezwingung); 1:41:49 h ist kein Rekord, aber lässt sich sehen.
Nach 4:47:50 h laufe ich als 2. durchs Ziel hinter Daniela Martens und vor Sonja Beerbaum. Ein herrlicher Wettkampf mit Top-Bedingungen, einer super Organisation und unersetzlichen Helfern! Und das Buffet? Muss man gesehen haben! Es gab sogar Eis!
Mit frischen Eiern von meiner Gastfamilie im Gepäck geht’s wieder zurück in die Großstadt.




