Challenge Barcelona 2011 - Rennbericht

Samstag, 8 Oktober, 2011 15:25

09_bike1*** 3,8 km Swim - 180 km Bike - 42,2 km Run with a big Challenge-Family ***

Calella, 2. Oktober, 4:00 Uhr
Auf die Idee, dass ich mir am Wettkampfmorgen eines Ironman die Fingernägel schneide und feile, wäre ich vorher auch nicht gekommen. Hätte nur noch gefeht, dass ich sie mir lackiere und noch zum Frisör gehe. Aber irgendwie hatte ich mir den Wecker zu früh gestellt, so dass ich sehr viel Zeit hatte - zu viel Zeit. Das Einchecken begann nämlich erst um 7:00 Uhr - ungewöhnlich spät für eine Langdistanz.
7:05 Uhr
Flaschen ans Bike, kurzer Bikecheck, Schuhe an die Pedalen, hinteren Schnellspanner noch einmal geöffnet und für das Gummiband in andere Position gebracht … (dieses Detail wird im späteren Bericht noch eine Rolle spielen). Das Wechselzelt verwandelte sich geruchsmäßig von einem Fichtennadelwald in eine Eukalyptus-Rosmarin-Plantage. Nur schnell raus dort und lieber einen Blick auf einen wunderschönen Sonnenaufgang.
8:05 Uhr 
Kurzes Einschwimmen. Und welche Bojen gelten? Unendlich viele Badebojen treiben dort, die alle nicht gelten. Nicht schon wieder! Im letzten Jahr bin ich ja einige Meter zuviel geschwommen. Und die Antworten kenne ich schon: da werden Boote sein … immer den anderen hinterher.
8:15 Uhr
Aufstellen in der Vor-Startzone - knisternde Spannung!
8:30 Uhr
Start der PRO-Männer
8:32 Uhr
Start der PRO-Frauen
8:34 Uhr
ENDLICH! Start aller Agegroup-Frauen
Ich komme gut weg; auch an der 1. Boje kein Geprügel … und dann bin ich allein … allein vorn … eine kleine Gruppe von 3 Frauen auf und davon und ich bin der Kopf der nächsten Gruppe. Na prima. 2. und 3. Boje kein Problem, aber nun der Rückweg. Wo ist der direkte Weg? Schwimme ich zu sehr links oder zu weit rechts? Ich wünsche mir eine weitere Boje, aber nichts! Endlich überholen mich einige Männer … ich bin also richtig. Dann bin ich wieder allein. Ich werde langsamer, schaue beim Schwimmen nach hinten, da kommt jemand, also weiter … Nach 1:06 h erreiche ich als 4. aller Frauen den Strand. Super! 
Ca. 9:42 Uhr
Nun beginnt meine Lieblingsdisziplin. Aber was ist das? Irgendetwas schleift! 1000 Gedanken! Weiterfahren - werden halt harte 180 km! Und was ist dann mit dem Laufen? Ich kann mich gar nicht aufs Radfahren konzentrieren. Nach 13 km entscheide ich mich, doch anzuhalten. Absolut richtig! Mein Hinterrad schleift an der Kettenstrebe! Welch Fahrgefühl danach! Jetzt kann’s richtig losgehen!
Mit der besten Bikezeit aller Agegroup-Frauen bin ich nach 5:10 h wieder in der Wechselzone. Alle Bikeständer leer! ABER ein EINZIGES Bike hängt dort - und das in meiner AK! Mist! Ich merke mir die Nummer. 
Ca. 14:56 Uhr
Ich begebe mich auf die Laufstrecke. Mein Laufsensor funktioniert nicht, also nach Gefühl laufen, und meine Beine fühlen sich gut an. Die Sonne brennt mittlerweile vom Himmel. Nach ca. 10 km beginnt ein Durstgefühl - ich trinke alles, was ich bekommen kann, aber irgendwie kommt es nicht an. Der Durst wächst und die Beule in meinem Magen auch. Warum läuft es in Barcelona nie ganz ohne Probleme??? Und trotzdem will ich immer wieder hier hin. Die Nummer von dem “hängenden” Bike kann ich nirgends entdecken (kann ich auch nicht, da sie nach dem Schwimmen ausgestiegen ist, was ich aber nicht weiß). Meinem Magen geht’s immer schlechter … und schließlich ist es wieder soweit. Ich suche mir eine wenig belebte Ecke, denn mir ist so etwas peinlich. Flüssigkeit oben raus und fertig … dem Magen geht’s wieder gut. Die letzten 5 km lief es dann auch wieder recht gut.
13_i-feel-so-goodNach 10:20:26 h laufe ich durch eine tobende Zuschauermenge überglücklich ins Ziel. Platz 1 in meiner AK und 2. aller Agegroup-Frauen.
Ein geiler Saison-Abschluss!
Zu den Fotos -> hier


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